Predigten von Menken nach seinen eigenhändigen Manuskripten [I]. - Predigten über Matthäus XXVI-XXVIII [II].

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Buchbeschreibung
Ohne Ort, Verlag oder Verfasserangabe [wohl Bremen] ohne Jahresangabe [um 1830].
2 Bände. Manuskript in Buchform.
Gr.-8°. - [I] (22,5 x 15 cm) - [II] (24 x 16 cm). - [I] Etwas späterer dunkelgrauer Leinenband mit kleinem blindgeprägtem Rückentitel und Bandnumerierung - [II] Halblederband der Zeit mit dezenter Rückenvergoldung und Bandnumerierung, Lederecken, marmorierten Deckenbezügen und gelb gefärbtem Schnitt. [I] Titel, 437, (2 weiße), (6), (1 weiße) Seiten. 1 Blatt Register lose beiliegend. - [II] Titel, (1), (1 weiße), 520, (2) weiße Seiten. Manuskript in sauberer deutscher Schrift.
ADB XXI, 356f. - BBKL V, 1266ff. - TRE VII, 160ff. - Hirsch, Geschichte der neuern evangelischen Theologie V, 92 ff. - Umfangreiche Handschrift nach den Predigtmanuskripten des bedeutenden, aus dem reformierten Bremen stammenden Erweckungstheologen Menken (1768-1831) in zwei abweichend gebundenen, sehr gut erhaltenen Großoktavbänden. Ganz offenbar nicht als private "Kladde" gedacht, sondern zur dauerhaften Dokumentation oder möglicherweise zur Druckvorbereitung erstellt; in schöner, großzügiger deutscher Schreibschrift von drei verschiedenen, nicht genannten Schreibern, die man in Menkens engerem Bremer Umfeld vermuten kann (1802 war Menken in seine Bremer Heimat zurückgekehrt). Die erste Werkausgabe Menkens erschien in den Jahren 1793-1808, eine neue Auflage 1858; vorliegendes Manuskript gelegentlich mit nachgetragenen handschriftlichen Verweisen auf die (erste) Gesamtausgabe. Beide Werkausgaben in Anordnung jedoch nicht identisch mit vorliegendem Manuskript. - Der erste Band mit später ergänztem handschriftlichem Hinweis auf die im Jahre 1860 erschienene Biographie Menkens von Gildemeister. - Datierung der beiden Bände zwischen 1820 und 1830 wahrscheinlich, aber nicht genau zu verifizieren. - Im ersten Band ein zweiseitiges Inhaltsverzeichnis "der verschiedenen Bände" von etwas späterer Hand, das insgesamt 22 Bände [!] von handschriftlichen Predigtnachschriften verzeichnet. - Der erste Band (mit Inhaltsgabe am Ende des Textes) enthält Confirmationsreden und Weihnachtspredigten aus den Jahren 1792-1798, darunter eine Konfirmationsrede vom 11.06.1797 (Wetzlar), eine umfangreiche Predigt über 1 Corinther 1,31 vom 26.08.1792 (Wald / Herzogtum Berg) mit einer ergänzenden Einleitung vom 2.2.1793 und fünf Weihnachtspredigten über Lucas 2, 1-25 sowie 2 Petrus 3,18 aus den Jahren 1794-96 (Frankfurt/Main und Wetzlar). - Der zweite Band mit 15 Predigten über Matthäus XXVI-XXVIII (Exkurs zu Lucas XXII, 47-53) aus den Jahren 1792-1800, gehalten in Wetzlar, Uedem und Duisburg. - Gottfried Menken, "der bedeutendste Vertreter der Erweckungsbewegung im nordwestdeutschen Raum [...] wuchs in Bremen als Sohn des Kaufmanns Gottje M. auf [...] Die bürgerlich geprägte und kunstverständige Familie verkehrte mit den damals bekannten Bremer Geschlechtern. Die pietistisch ausgerichtete Bibelarbeit, die in diesen Familien gepflegt wurde, prägte schon früh den jungen Gymnasiasten, der schon im Schulalter Predigten hielt. 1788 begann G.M. in Jena Theologie zu studieren [...] 1791 machte G.M. sein theologisches Examen, verließ aber erst 1793 Duisburg, von wo er Abstecher nach Wuppertal und anderen Orten machte, um dort zu predigen. Seine diesbezügliche positive Begegnung mit den Menschen am Niederrhein führte ihn nach Uedem bei Kleve, wo er Hilfsprediger wurde. Von 1794 bis 1796 war er Pfarrer an der deutsch-reformierten Gemeinde zu Frankfurt/Main. Von 1796 bis 1802 wirkte G.M. als Pfarrer der reformierten Gemeinde in Wetzlar. Seit Oktober 1802 diente er in seiner Geburtsstadt Bremen als zweiter Prediger an St. Pauli in der Neustadt [...] Im August 1811 erhielt G.M. den ehrenvollen Ruf als "Pastor Primarius" an St. Martin in Bremen. Hier nun konnte er seine bedeutende Tätigkeit als Prediger und theologischer Schriftsteller voll entfalten [...] 1825 wurde er emeritiert. Eine große Genugtuung war ihm, daß die theologische Fakultät der Universität Dorpat ihm den Ehrendoktor verlieh [...] Für die theologiegeschichtliche Bedeutung G.M.s kann Folgendes hervorgehoben werden: Jede Texterschließung der Heiligen Schrift kann nur als Beugung unter die Heilsgeschichte angesehen werden. Christus ist das Maß! Nicht der Mensch gibt Weggeleit zum Bibellesen, sondern der göttliche Logos durch das Wirken des Heiligen Geistes. Somit ergibt sich eine Verbindung von Geschichte und Heilswirken. Gottes Offenbarung in der Schrift ermöglicht ein lebendiges Christentum. Die Bibel als absolute Erzieherin zum Glauben gibt die Abwehrgarantie gegen jeden Versuch, die Verbalinspiration zu akzeptieren und gegen jede rational gelagerte Bibelkritik" (BBKL). - "Seine Mutter war Enkelin Friedrich Adolf Lampes, dessen Schriften zum Grundbestand der pietistischen Gemeindeorthodoxie in Bremen gehörten. In einem solchen von Coccejanismus und Labadismus geprägten geistigen Klima wuchs er auf. Schon als Gymnasiast hielt Menken Predigten. Er war im wesentlichen theologisch schon fest geprägt, als er 1788 für drei Semester die Universität Jena bezog. Die dort vertretene kritische Theologie verschreckte ihn so, daß er sich als theologischer Autodidakt nur mit der Bibel selbst und mit den Grundsprachen beschäftigte; vom Vorlesungsbesuch zog er sich fast gänzlich zurück. Was er in Jena aus der Bibel herauslas, vertrat er, ohne geistige Entwicklung, bis an sein Lebensende [...] Die Schriften Menkens, der nie ein akademisches Amt bekleidet hat, fanden im 19. Jh. weite Beachtung. Fünfzig Jahre nach seinem Tod galt er schon als theologischer Klassiker [...] Predigt ist für Menken streng Schriftauslegung. Anknüpfungspunkte und Applikation seien unangemessen. Obwohl Menken der Erweckungsbewegung nicht zuzurechnen ist, hat er ihr in Bremen den Weg bereitet und sie durch seinen Biblizismus und die Anleitung, das politische Geschehen zu deuten, maßgeblich geprägt" (TRE). - "Paradiesoffenbarung, Überlieferung und alte Lehre, Schriftoffenbarung, Autorität Gottes sind somit die formellen Grundbegriffe von Menkens theologischer Lehre. Von ihnen her werden die Tatsachen der Menschheits-, der Religions-, der Kirchen-Geschichte gedeutet [...] Hier erzeugt die biblische Orthodoxie des Neupietismus aus sich heraus die konservative Welt- und Geschichtsansicht der preußisch-norddeutschen Restauration [...] Menken ist mit seiner neupietistischen biblischen Orthodoxie wohl der erste bewußte Vertreter derjenigen theologischen Haltung wider alle aus aufgeklärter Bildung und Wissenschaft kommenden Gedanken und Antriebe gewesen, welche man im 20. Jahrhundert mit dem Schlagwort Diastase -d.h. Abstandnahme- gekennzeichnet hat" (Hirsch). - Diese Haltung zeigt sich exemplarisch in der Einleitung zur Predigt über 1 Corinther 1,31 aus dem Jahre 1793, in der Menken sogar Lavater unter Heterodoxie-Verdacht stellt: "Lavater sagt: Alle Gnade ist Natur u. alle Natur ist Gnade. Der Herr Jesus sagt: Was vom Fleische (nach der Natur) geboren wird, das ist FLEISCH (natürlich.) was aber vom Geiste geboren wird, das ist Geist". - Band [I] berieben und etwas beschabt, oberes Kapital mit Fehlstelle. Durchgehend gebräunt, Innendeckel gering stockfleckig. Unbeschnitten. Insgesamt sauber und wohlerhalten. - Band [II] etwas berieben und bestoßen, Rückenvergoldung abgerieben. Schnitt fleckig. - Vorderdeckel etwas leimschattig, insgesamt etwas gebräunt. - In gutem Zustand.
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